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HUNDESPRACHE Obwohl wir seit mind. 15 000 tausend Jahren mit Hunden zusammen leben, verstehen wir nur einen Bruchteil davon, was der Hund uns sagen möchte. Dabei haben Hunde eine gut entwickelte reiche Sprache, die sie untereinander sowohl sprechen als auch verstehen können. Die selbe Sprache, die die Hunde untereinander gebrauchen, verwenden sie auch gegenüber uns Menschen, aber weil wir nicht immer den Hund richtig lesen können kommt es oft zu grossen Fehldeutungen. Ein typisches Missverständnis ist das Hochspringen. Wolfs- und Hundewelpen belecken und stossen die Mundwinkel des erwachsenen Tieres an, was das Erbrechen von Futter auslöst. Aus diesem Verhalten hat sich die aktive Unterwerfung entwickelt, was wiederum nur gegenüber den Ranghöheren gezeigt wird. Hunde verhalten sich auch gegenüber uns Menschen so - dazu müssen sie jedoch an uns hochspringen. Das ist keine Unart des Hundes, sondern der Hund sagt uns, dass er unsere Überlegenheit anerkennt. In dieser Situation ist die Wut des Menschen für den Hund völlig unverständlich. Unsere korrekte Antwort auf sein Verhalten ist: Wegdrehen vom Hund. Hunde, die nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, halten unsere menschliche Signale nicht für all zu wichtig. Jedoch Hunde, die schlechte Erfahrungen mit den Menschen gemacht haben, beobachten uns ganz genau. So kann es dann z. B. passieren, dass unsere gut gemeinte Begrüssung aus der Sicht des Hundes wie eine Drohung aussieht. Aus Sicht des Hundes bedrohend ist: Die Hand von oben, direkter Augenkontakt, entblösste Zähne, sich über den Hund beugen, Berührung im Nacken- und Schulterbereich. Eine freundliche Begrüssung wäre: sich seitlich in die Hocke gehen, Hände unten, direkten Augenkontakt vermeiden und lächeln ohne die Zähne zu zeigen. Und noch etwas: Wenn man sich einen Hund nähert, sollte man daran denken, dass das schnelle Tempo und die direkte Richtung gegen den Hund in der Hundesprache gleichbedeutend mit einem Angriff ist. Wir Menschen nehmen oft an, dass Hunde die Bedeutung verschiedener Wörter verstehen; in Wirklichkeit aber hören Hunde auf den Tonfall und lesen unsere Körpersignale. Unsere Sprache besteht vor allem aus Worten, die Symbole sind. Mit den Worten können wir auch lügen und betrügen. Hunde dagegen sprechen eine ehrliche sehr direkte Sprache, die sehr gefühlsbetont ist. Hunde lügen nicht ... aber sie lenken gescheit ab. Die "Mitteilung" eines Hundes an den anderen ist eine Stimmungsübertragung: Der Körper des Hundes ist das genaue Spiegelbild dessen, wie er momentan seine Umwelt empfindet. Es ist die Sprache der Wölfe, die unsere Hunde heute noch sprechen. Minna Vuolle, 2005 | ||
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